Niereninsuffizienz als neuer kardiovaskulärer Risikofaktor
Bernhard Banas, Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II – Nephrologie, Universität Regensburg, 93042 Regensburg
In Untersuchungen zur Entwicklung einer kardiovaskulären Erkankung wurden zunehmend mehr Daten publiziert, die aufzeigen, dass das Vorliegen einer chronischen Niereninsuffizienz einen erheblichen, unabhängigen Risikofaktor darstellt.
Es zeigte sich, dass Patienten mit einer chronischen Einschränkung der Nierenfunktion bereits zu einem frühen Zeitpunkt eine Schädigung des Gefäßsystems aufweisen und mit Beginn der Dialysepflichtigkeit mit einer hohen Wahrscheinlichkeit schwer kardiovaskulär erkrankt sind. Darüber hinaus ist auch bei denjenigen Patienten, die ohne vorbestehende kardiovaskuläre Erkrankungen terminal niereninsuffizient werden, eine erheblich beschleunigte Arteriosklerose zu beobachten. Wesentliche Faktoren, die bei chronisch nierenkranken Patienten zum erhöhten kardiovaskulären Risiko beitragen, sind die endokin und renovaskulär bedingte sekundäre Hypertonie sowie die Dyslipidämie bei Proteinurie bzw. nephrotischem Syndrom. Ferner sind auch Veränderungen des humoralen und zellulären Gerinnungssystems bekannt. Anämie bei Erythropoeitinmangel kann als einer der Hauptrisikofaktoren für die Entwicklung einer linksventrikulären Hypertrophie angesehen werden, mit daraus resultierenden Folgen für den kardiovaskulären Status. Zunehmend Bedeutung finden außerdem Störungen des Calcium- und Phosphat-Stoffwechsels die durch eine chronische Niereninsuffizienz verursacht werden und direkt eine Vasosklerose nach sich ziehen können.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass das Vorliegen einer chronischen Niereninsuffizienz als unabhängiger kardiovaskulärer Risikofaktor zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die Wertigkeit gegenüber anderen, neueren Risikofaktoren wie Inflammationsmarkern oder Markern der endothelialen Dysfunktion wird durch aktuelle Untersuchungen als sehr hoch eingeschätzt.
Abstract zum 43. Bayerischen Internisten-Kongress
 
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